Amazon senkt die Preise

Amazon verschärft den Preiswettbewerb mit Walmart & Co.

Das Weihnachtsgeschäft steht an, und das nutzt Amazon dafür den Preiswettbewerb mit Walmart & Co. zu verschärfen. Der Online-Anbieter senkt dafür die Preise der typischen Saisonartikeln auf eigene Kosten bei seinen Marktplatz-Händlern. Doch diese Absatzförderung kommt nicht bei allen besonders gut an.

Der Internet-Riese will der Konkurrenz stets einen Schritt voraus sein

Der Online Shopping-Plattform Amazon will der Konkurrenz stets einen Schritt voraus sein und damit ihm das gelingt, lässt er sich so manches einfallen. So auch jetzt kurz vor dem Weihnachtsgeschäft: Von dem Giganten werden ohne Vorwarnung die Preise der Partner-Händler reduziert, um die Produkte günstiger anzubieten, als die andern E-Commerce-Plattformen. Damit hat der Online-Händler vor, das Weihnachtsgeschäft in den USA zusätzlich anzukurbeln.

Unter den reduzierten Artikeln finden sich typische Saisonartikel wie Brettspiele und Elektronikprodukte. Jedoch sollen sich die Verkaufserlöse, die an die Dritt-Anbieter ausgezahlt werden, nicht durch den „Discount by Amazon“ verändern, sondern die Mehrkosten für das Umsatzförderprogramm wird von dem US-Konzern getragen, wie vom Online-Magazin „Venture Beat“ berichtet wird.

Die Vorherrschaft von Amazon ist unumstritten

In einzelnen Produktgruppen verschärft Amazon mit den Preissenkungen den Wettbewerb mit anderen Händlern, wie bspw. Walmart. Auch wenn die Marketplace-Anbieter keine Einbußen dadurch haben, so äußern sich einige in dem Supportforum von Amazon dennoch kritisch. Von ihnen wird befürchtet, dass die Produkte durch die Preissenkung entwertet werden. Gegenüber VentureBeat erklärte eine Sprecherin von Amazon, das wenn Amazon einen Rabatt anbietet, dann erhalten die Kunden ein Produkt zu dem Preis, den sie lieben werden. Die kleineren Unternehmen würden dadurch höhere Verkaufszahlen erleben und erhalten den angesetzten Verkaufspreis. Zudem ist es den Händlern zu jeder Zeit möglich, durch ein Opt-Out-Verfahren auszusteigen, erklärte die Amazon-Sprecherin.

Wo liegt der Trick?

Ist es somit möglich, bei Amazon, hochwertige Produkte zum Schnäppchenpreis zu erhalten? Das ist richtig, doch Amazon ist dennoch nicht immer am billigsten! Wie schafft es der Online-Riese, die Preise zu senken und den Händlern die volle Summe auszuzahlen und dennoch riesige Gewinne zu machen?

Die meisten kennen Amazon: Mit einem Klick kommt alles vom Kühlschrank bis hin zu Computer-Kabel ins Haus. Nicht nur für viele deutsche Verbraucher ist Amazon die erste Anlaufstelle, wenn es um das Online-Shopping geht. Dazu trägt nicht nur das bequeme Bestellsystem bei, sondern auch die (vermeintlich) günstigen Preise, die dem Online-Riesen weltweit einen so guten Ruf bescheren.

Aber ist der Internet-Riese tatsächlich so günstig wie alle annehmen? Das Gegenteil wird von einer Studie des Start-ups Boomerang bewiesen, die aufzeigt, dass die Preise durchschnittlich sogar im oberen Bereich anzusiedeln sind. Das hohe Niveau wird jedoch durch geschickte Tricks verschleiert.

Amazon nutzt dem Technologieportal Re: Code ein ausgeklügeltes System, das der Internet-Verkaufsplattform ermöglicht, wie ein Billiganbieter zu wirken, aber dennoch saftige Gewinne zu kassieren. Vom Konzern wird fortlaufend analysiert, welche Produkte besonders beliebt sind und sortiert diese dann am unteren Ende der allgemeinen Preisskala in das eigene Warensystem ein. Die Produkte, die weniger populär sind, sind dagegen zumeist teurer als bei der Konkurrenz, wie das Magazin schreibt.

Somit kann sich Amazon den Ruf des Schnäppchenparadieses verschaffen.

Produkt beliebt? – dann ist es billiger

Die Verfasser der Studie belegen in ihre These mit einigen Beispielen:

Ein Samsung-Fernseher – das meistverkaufte Modell bei Amazon – kostete monatelang 350 US-Dollar. Zum Black Friday, dem Auftakt der Weihnachtssaison senkt der Online-Riese den Preis auf 250 US-Dollar, eben dann wenn viele Amerikaner ihre Geschenke kaufen. So unterbietet Amazon viele Konkurrenten. Der Grund dafür ist simpel: Amazon weiß, dass viele Verbraucher dieses Modell kaufen werden und senkt aus diesem Grund den Preis, um den Käufern das Gefühl zu geben, ein Schnäppchen zu machen. Doch wo ist nun der Trick?

Ganz einfach! Häufig wird zusammen mit einem neuen Fernseher ein HDMI-Kabel bestellt und der Preis dafuer wurde im gleichen Atemzug um 33 % angehoben. Dafür gibt es gleich zwei Gründe: Die Kabel sind nicht unter den Produkten gelistet, die zu den beliebtesten gehören und so fällt die Preissteigerung nicht auf. Zum Zweiten weiß Amazon, dass die Kunden nur in den wenigsten Fällen einen Preisvergleich bei den günstigen Produkten durchführen und somit viele Kunden das viel zu teure Kabel kaufen. Dieser Trick funktioniert auch bei weiterem Zubehör.

Preisänderungen bei 10 Milliarden Produkten

Von den Autoren der Studie wird noch ein weiteres Beispiel genannt: Bei Amazon war einer der beliebtesten Router in den USA 20 % günstiger als beim Konkurrenten Walmart. Das weniger beliebte Modell hingegen, dass die Kunden nicht so im Kopf haben, war um satte 30 % teurer. Der CEO von Boomerang Guru Harihan erklärte, dass allein zur Weihnachtszeit von Amazon rund 10 Milliarden Preisänderungen durchgeführt würden und er muss es wissen, denn er selbst hat bei Amazon gearbeitet. Dem fügte er hinzu, dass andere Händler nur alle drei Monate ihre Preise anpassen. Von anderen Untersuchungen wird aufgezeigt, dass Amazon täglich bei bis zu 20 % die Preise der Produkte ändert.

Was tun um nicht auf den „Amazon-Trick“ hereinzufallen?

Von Verbraucherschützern wird geraten, die Preise stets zu vergleichen. Es lohnt sich vor einem teuren Einkauf, das Portal camelcamelcamel.com aufzurufen, wo sämtliche Preise von Amazon überwacht werden. Es ist zudem möglich, sich über E-Mail und Twitter einen Alarm zu erstellen, der über die Preissenkungen informiert.

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leidenschaftliche Bloggerin & Autorin, seit November 2017 bei der Area52 Group als Consultant und Berater für Amazon SEO, Facebook Advertising und B2b Sales tätig. Dadurch musste ich mir auch eine neue Facebook Seite zulegen, aber ich denke mal, die bekommen wir schnell wieder aufgebaut ;)