Neues bei eBay – was sich im Herbst- und Winter-Verkaufsgeschäft für Händler und Kunden ändert

Onlinehändler wie Kunden dürfen sich gleichermaßen freuen: eBay hat in den zurückliegenden Wochen einige Neuerungen eingeführt, um im Wettbewerb mit dem Hauptkonkurrenten Amazon wieder an Boden zu gewinnen und entscheidend zu punkten.

Neue FAQ-Funktion
Das bevorstehende Weihnachtsgeschäft wirft seine Schatten voraus: Um die Attraktivität der Angebote und damit die getätigten Verkäufe und Umsätze zu erhöhen, hatte sich der Marktplatz bereits im Spätsommer dazu entschlossen, auf den Artikelseiten FAQ-Blöcke zu integrieren. Die Praxis hatte gezeigt, dass trotz umfassender Bemühungen der Online-Händler, ihre Produkte so akkurat wie erschöpfend zu beschreiben, immer noch Fragen seitens einer potenziellen, interessierten Klientel auftauchten. Ein arbeits- wie zeitaufwendiger Frage- und Antwortprozess musste im Kundenservice-Bereich in Gang gesetzt werden. Zudem war der amerikanische Konzern immer wieder mit Käufer-Anfragen konfrontiert und sah sich gerade vor dem Hintergrund alarmierend hoher Rückgabequoten dazu veranlasst, ein Feature zur besseren Übersichtlichkeit und Transparenz der wesentlichsten Produkteigenschaften einzuführen.

Der neue FAQ-Baustein soll den Käuferwünschen nach zeitnahen, für Kaufentscheidung hilfreichen Antworten jetzt noch mehr als bisher entsprechen. Spätestens seit September ist die neue Funktion Fragen & Antworten daher auf Produkt- und Artikelseiten omnipräsent – in Gestalt einer Bereicherung der Produktbewertungen und -rezensionen. Zudem sollen Suche und Auffinden der eBay-Angebote über den FAQ-Komplex via externer Suchmaschinen leichter und schneller zu bewerkstelligen sein – eine Maßnahme, über die sich alle kundenorientierten Onlineverkäufer freuen dürften, wird doch die Attraktivität ihrer Angebote bereichert, was sich langfristig in den Umsatzzahlen niederschlagen dürfte.

Seiten mit unsicheren Inhalten und das HTTPS-Icon
Seit Oktober dürfen sich Käufer und Verkäufer auf dem Verkaufsportal auch darüber freuen, dass ihrem gesteigerten Sicherheitsbedürfnis in puncto Datensicherheit mit einer weiteren eBay-Neuerung Rechnung getragen wurde: eBay versieht ab sofort alle externen Inhalte ohne HTTPS-Protokoll mit einem “Nicht-Sicher”-Icon. Abhängig von der Browser-Wahl der Kunden sind davon vor allem Bilder, CSS (Cascading Style Sheets) und HTML5 (5. Fassung der Hypertext-Auszeichnungssprache) in unterschiedlichem Umfang betroffen.
Das Problem dabei: Verwendet die Partnerfirma des e-Commerce-Händlers das HTTPS nicht, werden Artikel-Texte und -Fotos wohlmöglich nicht korrekt wiedergegeben. Daher gilt es jetzt für Onlineverkäufer in Erfahrung zu bringen, ob ihr jeweiliger Hosting-Anbieter auch das neue HTTPS-Protokoll unterstützt. Ist dies der Fall, werden die Artikelbeschreibungen und Bilder korrekt angezeigt, ansonsten muss nachgebessert werden. Allen etwaigen Umstellungsaufwands und erhöhten Verkäuferbemühungen zum Trotz zeigt die bisherige Praxis doch eines: Im Gegenzug werden Online-Händler von einem verstärkt datensicheren Umfeld mit höheren Umsätzen profitieren, wenn sie diese vertrauensbildende Maßnahme erst einmal umgesetzt haben.
Für Händler empfiehlt sich, beim Bilder-Hochladen das Standard-Tool zu nutzen. Denn dann unterstütze der Bilderservice eine optimale Anzeige der Fotos, wie eBay rät.

Neuer Entertainment Shop – bald auch hierzulande?
E-Commerce-Händler könnten schon bald die Qual der Wahl haben, wenn es um den Absatz von Medien-Produkten wie Büchern, CDs, Filmen und Ähnlichem geht – eine bislang eindeutige Domäne der ewigen Amazonkonkurrenz. Denn mit der jüngsten Einführung eines ausgewiesenen Entertainment Shops will der Online-Marktplatz auch die nachgewiesenermaßen hohe Nachfrage einer eBay-Fangemeinde nach physischen Medien in der Entertainment-Sparte befriedigen. Gelauncht ist das Projekt bereits in Großbritannien, und nicht wenige Experten gehen davon aus, dass der Branchenshop neben entsprechenden, parallelen Gebührensenkungen auch in eBay Deutschland eingeführt werden wird. Konzern-Ziel wird sicher sein, der Konkurrenz eine möglichst hohe Nutzerschicht abzuwerben und in eine Wettbewerbs-Offensive einzutreten.

Aufatmen bei eBay „Collections“
Nachdem die Ankündigung des Online-Marktplatzbetreibers in den USA unter Händlern mitunter heftige Kritik ausgelöst hatte, ruderte das Portal unlängst zurück und relativierte die getroffene Maßnahme. Kollektionen als unter Verkäufern willkommenes Tool, sich selbst und die eigene Angebotspalette werbewirksam im Netz zu präsentieren, können in eBay Deutschland weiterhin erstellt und bearbeitet werden. Auch ist eine uneingeschränkte Einsicht in die eBay-Produkt-Kollektionen anderer Nutzer unter Aufruf des entsprechenden Mitgliedsnamens wie bislang möglich.

Vorausgegangen war eine Ankündigung, das Collection-Feature auf manchen eBay-Seiten nicht mehr integrieren und sichtbar halten zu wollen. Allerdings sollte die Maßnahme unter Onlinehändlern vorbehaltlich gewertet werden, nach eigenem Bekunden plant das Portal eine genaue Beobachtung der weiteren Entwicklung in der Nutzerakzeptanz. Eine Modifikation ist demnach künftig nicht auszuschließen. So plant das Unternehmen eine Integration des „Collection“-Tools in die Beobachtungslisten der User.

Änderungen rund um den Rückgabeprozess
Zu den wesentlichsten Neuerungen der letzten Wochen und Monate zählt aus Verkäufersicht eine Straffung und Optimierung des Rückgabeprozesses. Dabei wirbt eBay unter Händlern vor allem mit verkaufsfördernden Argumenten für die getroffenen Entscheidungen. Ab 1. Januar nächsten Jahres soll demnach die alte Zehntagesfrist (Kalendertage) zugunsten einer neuen Frist von drei Werktagen wegfallen, innerhalb der Verkäufer wie Käufer bei einer offenen Käuferschutzanfrage eBay im Rahmen einer Rückgabe einschalten können.

Hintergrund der verbesserten Retouren-Regelungen ist ein offensichtliches Bestreben des Online-Marktplatzes, die Änderungen im Hinblick auf weltweit einheitlichen Käuferschutz zu harmonisieren, sowie dem bereits hohen Service-Qualitätsstandard der Verkäufer sichtbaren Ausdruck zu verleihen.

Bereits ab Oktober genießen Händler demnach Entscheidungsfreiheit, ob und wie hoch sie für einen unvollständig oder beschädigt zurückerhaltenen Artikel, für den sie ursprünglich den Rückversand bezahlt hatten, eine Entschädigungssumme in Rechnung stellen. Online-Händler können den Rückerstattungsbetrag der neuen Regelung zufolge um bis zu 50 Prozent herabsetzen.

Von der neuen Abzugsoption vom Kaufpreis können Händler im Rahmen der Retouren-Abwicklung wahlweise am Artikelpreis, am Kaufpreis inklusive Versandkosten oder an den Kosten für den Rückversand Gebrauch machen.

Voraussetzung hierfür ist die Gewährung einer kostenlosen Rückgabe, für die ab Oktober auch längere Zeitfenster von bis zu 60 Tagen nutzbar sind. Belohnen will der Konzern dieses aus seiner Sicht kundenfreundliche Verhalten mit einer vorrangigen Bewerbung derartiger Angebote mit kostenlosem Rückversand. So sollen entsprechende Angebote in den Käufer-Suchlisten topgerankt und damit ihre Sichtbarkeit spürbar gesteigert werden, wie das Unternehmen verspricht.

Grundsätzlich soll mit den getroffenen Entscheidungen der Retourenprozess automatisiert werden, um einerseits bei Kunden für höheres Vertrauen zu werben und breite Akzeptanz zu schaffen. Andererseits soll Verkäufern durch vereinfachte Abwicklung die Arbeit erleichtert und ein Mittel zu Zeit- und Kostenersparnis an die Hand gegeben werden.
Wollen Kunden von ihrem Kauf zurücktreten und die Ware zurücksenden, wird der Widerruf von eBay innerhalb von drei Tagen automatisch abgewickelt, wenn der Online-Verkäufer die Frist zur Rückgabeanfrage verstreichen lässt. Die Retourenanfrage wird vom Marktplatz angenommen, dem Kunden ein Rücksendeetikett zum Kauf angeboten, ein Käuferschutzantrag eröffnet und der Artikel-Kaufpreis gegebenenfalls im Nachhinein erstattet.

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leidenschaftliche Bloggerin & Autorin, seit November 2017 bei der Area52 Group als Consultant und Berater für Amazon SEO, Facebook Advertising und B2b Sales tätig. Dadurch musste ich mir auch eine neue Facebook Seite zulegen, aber ich denke mal, die bekommen wir schnell wieder aufgebaut ;)