Ihre Bestellung liegt in Ihrem Kofferraum - DHL doktort herum...

Die letzten Meter bis zum Kunden sind vermutlich eines der letzten großen Kampfgebiete der Onlinehändler. Wo sich Handelsplattformen in punkto Auswahl und Preis oft nur noch geringfügig unterscheiden, wo es fast überall die gleichen Bezahlmethoden und immer umfassendere Serviceangebote gibt, da müssen sich Versandhändler etwas einfallen lassen, um sich vom Wettbewerb zu unterscheiden. In diesem Zusammenhang ist jetzt wieder einmal die Zustellung ins Blickfeld der Anbieter geraten. In einem Projektversuch wagt sich der Modehändler Outfittery an das Thema Lieferung in den Kofferraum heran - und hat dafür potente Partner gefunden.

Die Zustellung als Knackpunkt
Obwohl der Onlinehandel auch in Deutschland längst etabliert und für die meisten Kunden eine ganz selbstverständliche Möglichkeit des Shoppings ist, fehlt für einige Käufer noch das Element der sofortigen Verfügbarkeit der Ware nach dem Kauf, um ganz zufrieden zu sein. Dabei hat sich in dieser Hinsicht in den letzten Jahren schon viel getan. Die Zustellzeiten insgesamt wurden verkürzt, Liefermöglichkeiten konnten in vielen Fällen den Kundenwünschen entsprechend individualisiert werden und inzwischen gibt es so gut wie keine Warengruppe mehr, die nicht online bestellt und zuverlässig geliefert werden könnte. Dennoch arbeiten Onlinehändler und Transportdienstleister weiter an Lösungen, um Bestellungen noch schneller für den Kunden verfügbar zu machen. Eine der denkbaren Lösungen ist die Zustellung von Paketen in den Kofferraum des Fahrzeugs des Bestellers. Versuche, um diese Variante zu testen, hat es schon mehrfach gegeben. Amazon hat diese Art der Zustellung schon 2015 ausprobiert, damals als weltweit erstes Pilotprojekt.

Technisch ist die Kofferraumbelieferung kein Problem
Wie schon beim Experiment von Amazon arbeiten auch beim aktuellen Projekt von Outfittery ein Fahrzeughersteller und ein Lieferdienstleister mit, diesmal sind es VW und DHL. Die Durchführung einer Zustellung an ein geparktes Auto ist dabei gemessen am heutigen Stand der Technik nicht allzu kompliziert. Der Kunde gibt bei der Bestellung eine individuelle Erkennungsnummer für sein Fahrzeug mit an, die dann mit der Ware an DHL übergeben wird. Der Auslieferfahrer lokalisiert das Auto, das an einem öffentlich zugänglichen Ort abgestellt sein muss, dann per GPS und kann mittels eines einmalig gültigen Codes den Kofferraum öffnen. Nach dem Schließen des Kofferraumdeckels verriegelt sich das Fahrzeug dann automatisch wieder. Für den Kunden ist der gesamte Zustellvorgang jederzeit online nachverfolgbar. Die bestellte Ware ist so zum Beispiel gleich am Ende eines Arbeitstags verfügbar, ohne dass man das Paket an der Packstation oder beim Nachbarn abholen oder sogar einen neuen Zustellversuch vereinbaren zu müssen. Sogar die Mitnahme von Retourensendungen ist auf diesem Wege möglich. Für Menschen mit planbaren Tagesabläufen könnte diese Variante also eine durchaus tragfähige Alternative zu den bestehenden Zustelloptionen sein. DHL zumindest treibt die Idee voran, der jetzige Feldversuch ist bereits der dritte in Deutschland, an dem der Dienstleister beteiligt ist.

Eine Frage des Vertrauens
Gleichzeitig werden angesichts des Ablaufs einer Zustellung in den Kofferraum aber auch die Schwachstellen dieser Lieferart deutlich. Zwar können prinzipiell alle neueren Fahrzeugmodelle genutzt werden, aber was ist mit älteren Autos ohne Zentralverriegelung? Was passiert, wenn man das Auto kurzfristig braucht oder man einfach nicht genau sagen kann, wann das Fahrzeug wo zu finden sein wird? Was, wenn schlicht und einfach die Technik versagt? Dies alles sind Probleme, die sich im Verlauf von Studien wie der aktuellen möglicherweise lösen lassen, doch ein noch größeres Problem lässt sich nicht so einfach beseitigen. Viele Kunden dürften sich mit dem Gedanken nicht wohlfühlen, dass ein Fremder das eigene Auto öffnen kann. In Deutschland kommt eine recht weit verbreitete Skepsis gegenüber Datenübertragungen an Dritte hinzu - so mancher Empfänger hat sicher Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass der Standort des eigenen Wagens mitsamt einem Zugangscode online übermittelt wird. Zumindest über diese Schwierigkeit allerdings müssen sich die Teilnehmer am aktuellen Testlauf weniger Gedanken machen: Der VW-Konzern stellt die für die Zustellung benutzten Fahrzeuge für die Dauer des Projekts kostenlos zur Verfügung.

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leidenschaftliche Bloggerin & Autorin, seit November 2017 bei der Area52 Group als Consultant und Berater für Amazon SEO, Facebook Advertising und B2b Sales tätig. Dadurch musste ich mir auch eine neue Facebook Seite zulegen, aber ich denke mal, die bekommen wir schnell wieder aufgebaut ;)